Neupatienten zu gewinnen, wird für Arztpraxen immer mehr zur Überlebensfrage. Denn der Wettbewerb um die knappe Ressource Patient wächst - und wer online nicht sichtbar ist, existiert für viele Suchende schlicht nicht. Doch Vorsicht: Gut gemeinte Marketing-Maßnahmen können schnell nach hinten losgehen, wenn sie gegen das Berufsrecht verstoßen oder beim Patienten falsche Erwartungen wecken. Dieser Artikel zeigt die zehn häufigsten Fallstricke und wie Sie sie umgehen.
1.Keine eigene Praxis-Website - das digitale Schaufenster fehlt
Eine Praxis ohne eigene Website ist heute wie ein Geschäft ohne Schaufenster. Rund 75 Prozent aller Patienten recherchieren vor der Arztwahl online [2]. Sie landen dann auf Bewertungsportalen, in Arztverzeichnissen oder bei Google - aber nicht auf Ihrer eigenen Seite. Das ist problematisch, denn nur auf Ihrer Website haben Sie die Kontrolle über die Inhalte. Dort können Sie Ihr Leistungsspektrum, Ihre Spezialisierungen, Ihre Sprechzeiten und Ihre Praxisphilosophie darstellen. Ein reines Google-Profil oder ein Eintrag bei Jameda reichen nicht aus, um Vertrauen aufzubauen. Viele Patienten empfinden eine fehlende Website als unseriös oder zumindest als Zeichen mangelnder Modernität.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein junges Paar zieht in eine neue Stadt und sucht einen Hautarzt. Es googelt „Hautarzt [Stadt]“. Die erste Suchergebnisseite zeigt zwei Praxen: eine mit einer modernen, übersichtlichen Website, die über Leistungen, Öffnungszeiten und die Online-Terminbuchung informiert; die andere hat nur einen Google-Eintrag ohne Website. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Paar für die erste Praxis entscheidet, ist deutlich höher. Die fehlende Website wird als Mangel an Transparenz und Servicebereitschaft interpretiert.
Die Lösung: Investieren Sie in eine professionelle, übersichtliche Praxis-Website. Sie muss nicht teuer sein, aber sie sollte alle relevanten Informationen enthalten: Adresse, Anfahrt, Sprechzeiten, Leistungen, Teammitglieder und - ganz wichtig - eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme oder Terminbuchung. Achten Sie darauf, dass die Website für Mobilgeräte optimiert ist, denn der Großteil der Recherche erfolgt inzwischen über das Smartphone.
2.Die Online-Terminbuchung fehlt oder ist versteckt
Nichts ist frustrierender für einen potenziellen Neupatienten, als nach einem Facharzt zu suchen, eine vielversprechende Praxis zu finden - und dann keine Möglichkeit zu haben, online einen Termin zu buchen. Viele Praxen bieten zwar eine Website, aber die Terminvergabe erfolgt ausschließlich telefonisch. Das ist in Zeiten, in denen Patienten rund um die Uhr Termine buchen wollen, ein massiver Wettbewerbsnachteil.
Der Digital Health Report 2026 von Doctolib zeigt, dass die Erwartung an eine Online-Terminbuchung in der Bevölkerung deutlich gestiegen ist [4]. Patienten, die abends um 22 Uhr oder am Wochenende einen Termin suchen, sind aufgeschmissen, wenn sie nur während der Sprechzeiten anrufen können. Sie wählen dann einfach die nächste Praxis, die einen Online-Termin anbietet.
Ein konkretes Szenario: Ein berufstätiger Patient hat tagsüber keine Zeit zu telefonieren. Er sucht abends nach einem Orthopäden für sein Knieproblem. Er findet zwei Praxen in seiner Nähe. Die eine bietet auf der Website einen „Jetzt Termin buchen“-Button, der zu einem Buchungstool führt. Die andere hat nur die Telefonnummer. Der Patient wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Praxis mit Online-Buchung entscheiden - auch wenn die andere Praxis fachlich vielleicht besser wäre. Die Hürde des Telefonats ist zu hoch.
Die Lösung: Integrieren Sie eine Online-Terminbuchung auf Ihrer Website. Es gibt zahlreiche Anbieter, die sich nahtlos in Ihre Praxissoftware integrieren lassen. Achten Sie darauf, dass der Buchungsprozess einfach und intuitiv ist. Bieten Sie verschiedene Terminarten an (z. B. Akutsprechstunde, Vorsorge, Routine-Kontrolle) und zeigen Sie freie Slots in Echtzeit an.
3.Google Business Profile ist ungepflegt oder nicht vorhanden
Das Google Business Profile (früher Google My Business) ist das digitale Aushängeschild Ihrer Praxis bei der Google-Suche. Wenn ein Patient nach „Arztpraxis [Fachrichtung] [Stadt]“ sucht, erscheint rechts im Suchfenster oft eine Box mit den wichtigsten Informationen: Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen und Fotos. Viele Praxen lassen dieses Profil jedoch ungepflegt: Die Öffnungszeiten sind veraltet, es gibt keine Fotos, und auf Bewertungen wird nicht reagiert.
Das ist ein schwerer Fehler. Denn Google bewertet die Qualität und Aktualität des Profils mit und belohnt gepflegte Profile mit einer besseren Platzierung in den lokalen Suchergebnissen. Eine Studie aus dem Jahr 2026 zeigt, dass Google die Bewertungslogik weiter verschärft hat: Es analysiert nicht nur die Anzahl der Sterne, sondern auch, wie aktuell die Bewertungen sind und wie die Praxis darauf reagiert [3]. Ein Profil mit alten, unbeantworteten Bewertungen signalisiert mangelnde Aufmerksamkeit.
Ein Beispiel: Eine Praxis hat ein Google-Profil, aber die Öffnungszeiten sind noch von vor der Corona-Pandemie (damals gab es eine andere Mittagspause). Ein Patient steht um 12:30 Uhr vor verschlossener Tür, weil die Praxis laut Profil geöffnet sein sollte. Dieser Patient wird nicht wiederkommen und wahrscheinlich eine negative Bewertung hinterlassen. Die Praxis hat durch die Nachlässigkeit einen Patienten verloren und einen schlechten Eintrag riskiert.
Die Lösung: Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit, um Ihr Google Business Profile vollständig auszufüllen. Laden Sie hochwertige Fotos von der Praxis, dem Team und dem Wartezimmer hoch. Aktualisieren Sie die Öffnungszeiten, auch an Feiertagen. Und vor allem: Reagieren Sie auf jede Bewertung - positiv wie negativ. Eine freundliche, professionelle Antwort auf eine negative Bewertung kann den Schaden begrenzen und zeigt anderen Lesern, dass Sie Kritik ernst nehmen.
4.Falscher Umgang mit negativen Bewertungen - schweigen oder ausfallend werden
Negative Bewertungen sind für viele Praxisinhaber ein rotes Tuch. Die erste Reaktion ist oft Wut oder das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden. Die zweite Reaktion ist dann leider oft falsch: Entweder man schweigt und hofft, dass die Bewertung untergeht, oder man verfasst eine gereizte, defensive Antwort, die die Situation noch verschlimmert. Beides ist kontraproduktiv.
Schweigen wird von potenziellen Neupatienten als Desinteresse oder Arroganz interpretiert. Eine ausfallende Antwort wiederum bestätigt das negative Bild, das der Bewertende gezeichnet hat. Die Kunst liegt in der professionellen, sachlichen Antwort. Die Musterberufsordnung erlaubt sachliche berufsbezogene Information [2]. Eine Antwort auf eine Bewertung ist genau das: eine Information für die Öffentlichkeit.
Ein Beispiel: Eine Patientin schreibt, sie habe eine Stunde im Wartezimmer gesessen, ohne dass ihr Grund genannt wurde. Die Praxis könnte antworten: „Vielen Dank für Ihr Feedback. Es tut uns leid, dass Sie so lange warten mussten. An diesem Tag gab es einen medizinischen Notfall, der die Wartezeit unvorhersehbar verlängert hat. Wir arbeiten daran, unsere Abläufe zu optimieren, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden. Wir würden uns freuen, Sie bei Ihrem nächsten Besuch von unserem Service zu überzeugen.“ Diese Antwort zeigt Einsicht, erklärt den Grund, ohne zu rechtfertigen, und bietet eine Lösung an.
Die Lösung: Entwickeln Sie eine Standard-Strategie für den Umgang mit negativen Bewertungen. Antworten Sie immer innerhalb weniger Tage. Bleiben Sie sachlich, entschuldigen Sie sich für die Unannehmlichkeiten (nicht für einen Fehler, den Sie nicht gemacht haben) und bieten Sie eine Lösung an (z. B. ein persönliches Gespräch). Vermeiden Sie es, die Schuld auf den Patienten zu schieben.
5.Die Praxis-Website ist nicht für die lokale Suche optimiert
Eine schöne Website allein reicht nicht. Sie muss auch gefunden werden. Viele Praxen investieren in eine professionelle Website, vergessen aber die Suchmaschinenoptimierung (SEO) für lokale Suchbegriffe. Wenn ein Patient nach „Hautarzt in [Stadt]“ sucht, sollte Ihre Praxis auf der ersten Seite erscheinen. Ist das nicht der Fall, haben Sie ein massives Problem.
Die lokale SEO umfasst mehrere Faktoren: Nennung der Stadt und des Stadtteils auf der Website, Verwendung von lokalen Keywords, Eintrag in lokale Branchenverzeichnisse, Backlinks von anderen lokalen Seiten (z. B. der Ärztekammer oder der Stadtverwaltung) und vor allem ein optimiertes Google Business Profile. Ohne diese Maßnahmen wird Ihre Website in den Suchergebnissen weit hinten landen, selbst wenn sie inhaltlich hervorragend ist.
Ein Beispiel: Eine Zahnarztpraxis in einer Großstadt hat eine moderne Website, aber auf der Startseite steht nur „Willkommen bei Ihrer Zahnarztpraxis“. Es fehlen der Stadtteil, die U-Bahn-Station in der Nähe und andere lokale Hinweise. Google kann die Praxis nicht eindeutig einer lokalen Suche zuordnen. Die Praxis wird bei einer Suche nach „Zahnarzt [Stadtteil]“ nicht gefunden. Die Konkurrenz, die ihren Stadtteil prominent auf der Website nennt, wird bevorzugt.
Die Lösung: Optimieren Sie Ihre Website für die lokale Suche. Nennen Sie Ihre Stadt und Ihren Stadtteil auf der Startseite und auf jeder Unterseite. Erstellen Sie einen eigenen Bereich „Anfahrt“ mit einer Karte. Tragen Sie Ihre Praxis in relevante Online-Verzeichnisse ein (z. B. Gelbe Seiten, 11880.com, Jameda, Doctolib). Bauen Sie lokale Backlinks auf, indem Sie sich bei der lokalen Presse oder bei Stadtteil-Initiativen engagieren.
6.Keine Unterscheidung zwischen erlaubter Information und verbotener Werbung
Das ärztliche Berufsrecht ist streng. Die Musterberufsordnung (§27 MBO-Ä) erlaubt sachliche berufsbezogene Information, verbietet aber anpreisende oder irreführende Werbung [2]. Viele Praxen überschreiten diese Grenze, ohne es zu merken, und riskieren Abmahnungen durch die Ärztekammer oder die Konkurrenz.
Typische Fehler sind: Übertriebene Superlative („Der beste Orthopäde der Stadt“), vergleichende Werbung mit namentlicher Nennung von Kollegen („Im Gegensatz zu Dr. Müller verwenden wir die neueste Technik“), oder das Versprechen von Heilungen („Wir heilen Ihre Rückenschmerzen in drei Sitzungen“). Auch das Bewerben von nicht genehmigten Heilmethoden oder das Verwenden von Patientenfotos ohne Einwilligung ist problematisch.
Ein Beispiel: Eine Physiotherapie-Praxis schreibt auf ihrer Website: „Wir sind die einzige Praxis in der Stadt, die die revolutionäre XYZ-Methode anwendet. Mit dieser Methode werden Sie garantiert schmerzfrei.“ Das ist anpreisende Werbung, denn es wird eine Garantie ausgesprochen, die medizinisch nicht haltbar ist. Zudem wird impliziert, dass andere Praxen minderwertiger arbeiten. Das kann zu einer Abmahnung führen.
Die Lösung: Halten Sie Ihre Marketingtexte sachlich und informativ. Beschreiben Sie Ihre Leistungen, ohne sie zu übertreiben. Verwenden Sie Formulierungen wie „Wir bieten die Behandlungsmethode XYZ an“ statt „Wir sind die Besten in XYZ“. Verzichten Sie auf Garantien und vergleichende Aussagen. Lassen Sie Ihre Website und Ihre Marketingmaterialien von einem Rechtsanwalt für Medizinrecht prüfen.
7.Die Praxis wirkt online unpersönlich - kein Team, keine Fotos
Patienten suchen nicht nur einen Arzt, sie suchen einen Arzt, dem sie vertrauen können. Vertrauen entsteht vor allem durch persönliche Begegnung. Online kann dieses Vertrauen durch authentische Fotos und Vorstellungen des Teams aufgebaut werden. Viele Praxen verzichten jedoch darauf und zeigen nur ein steriles Gebäude oder gar keine Fotos.
Eine Website ohne Fotos des Teams wirkt anonym und unpersönlich. Patienten haben das Gefühl, in eine anonyme Behörde zu gehen, nicht in eine Praxis, in der sie als Mensch wahrgenommen werden. Das ist besonders für Neupatienten ein Problem, die die Praxis noch nicht kennen und sich ein Bild machen wollen.
Ein Beispiel: Eine Allgemeinmedizinerin stellt auf ihrer Website jedes Teammitglied mit einem kurzen Porträtfoto und einem Satz zu seinen Aufgaben und Hobbys vor. Ein Patient, der auf der Suche nach einem neuen Hausarzt ist, sieht diese Seite und bekommt sofort ein Gefühl für die Praxis: freundliche Gesichter, ein sympathisches Team, eine persönliche Note. Er vereinbart einen Termin. Die Praxis gegenüber, die nur das Gebäude zeigt, wirkt dagegen kalt und unnahbar.
Die Lösung: Investieren Sie in professionelle Porträtfotos Ihres gesamten Teams. Stellen Sie jeden Mitarbeiter mit einem kurzen Text vor (Name, Funktion, vielleicht ein persönlicher Satz). Zeigen Sie auch Fotos von der Praxis: vom Empfang, vom Wartezimmer, von den Behandlungsräumen. Achten Sie auf eine warme, einladende Atmosphäre auf den Bildern.
8.Keine konsistente Markenbotschaft über alle Kanäle hinweg
Viele Praxen betreiben verschiedene Online-Kanäle: eine Website, ein Google-Profil, einen Eintrag bei Jameda, vielleicht einen Facebook-Account oder einen Instagram-Kanal. Das Problem: Die Botschaft, die auf diesen Kanälen vermittelt wird, ist oft inkonsistent. Auf der Website wird eine moderne, digitale Praxis beworben, auf Google stehen veraltete Öffnungszeiten, und auf Facebook gibt es seit Monaten keinen Beitrag mehr.
Diese Inkonsistenz verwirrt Patienten und untergräbt das Vertrauen. Ein Patient, der auf der Website liest, dass die Praxis „digital und innovativ“ ist, aber auf Google sieht, dass die Öffnungszeiten seit einem Jahr nicht aktualisiert wurden, wird an der Glaubwürdigkeit der Praxis zweifeln. Konsistenz ist ein zentraler Faktor für Vertrauensaufbau.
Ein Beispiel: Eine Praxis wirbt auf der Website mit einer Online-Terminbuchung. Ein Patient klickt auf den Button, wird aber auf eine Seite weitergeleitet, die nicht funktioniert oder nur eine Telefonnummer anzeigt. Der Patient ist frustriert und denkt, die Praxis sei nicht gut organisiert. Hätte die Praxis die Online-Buchung gar nicht erst beworben, wäre die Enttäuschung geringer gewesen.
Die Lösung: Erstellen Sie einen Redaktionsplan für Ihre Online-Präsenz. Stellen Sie sicher, dass alle Kanäle die gleichen Informationen enthalten (Öffnungszeiten, Adresse, Telefonnummer). Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Versprechen (z. B. Online-Terminbuchung) auch tatsächlich eingehalten werden. Sorgen Sie für ein einheitliches Erscheinungsbild (Logo, Farben, Schriftarten) auf allen Plattformen.
9.Keine aktive Steuerung der Online-Reputation - Sie überlassen anderen das Bild Ihrer Praxis
Die Online-Reputation einer Praxis entsteht nicht von selbst. Sie wird durch Bewertungen, Kommentare und Erwähnungen in sozialen Medien geformt. Viele Praxen verhalten sich passiv: Sie warten ab, was geschrieben wird, und reagieren nur, wenn es brennt. Das ist ein Fehler. Eine aktive Steuerung der Reputation bedeutet, proaktiv positive Bewertungen zu sammeln und auf alle Rückmeldungen zeitnah zu reagieren.
Studien zeigen, dass Google die Anzahl und Aktualität der Bewertungen bei der Suchmaschinenplatzierung berücksichtigt [3]. Eine Praxis mit vielen aktuellen, positiven Bewertungen wird besser gefunden als eine Praxis mit wenigen alten Bewertungen. Zudem lesen Patienten Bewertungen, um sich ein Bild zu machen. Eine Praxis mit 50 Bewertungen und 4,5 Sternen wirkt vertrauenswürdiger als eine Praxis mit 3 Bewertungen und 5,0 Sternen.
Ein Beispiel: Eine Praxis bittet jeden zufriedenen Patienten am Ende der Behandlung um eine Bewertung auf Google. Sie hat dafür einen kleinen Zettel mit einem QR-Code vorbereitet, der direkt zum Bewertungsformular führt. Innerhalb eines Jahres sammelt sie so 80 Bewertungen mit durchschnittlich 4,7 Sternen. Eine andere Praxis unternimmt nichts und hat nur 5 Bewertungen, darunter eine negative. Die erste Praxis wird bei der lokalen Suche deutlich besser platziert sein und mehr Neupatienten gewinnen.
Die Lösung: Entwickeln Sie ein System, um regelmäßig Bewertungen zu sammeln. Fragen Sie zufriedene Patienten direkt. Nutzen Sie QR-Codes in der Praxis oder in der E-Mail-Signatur. Reagieren Sie auf jede Bewertung, auch auf positive (ein einfaches „Vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung“ reicht). Beobachten Sie Ihre Reputation mit Tools wie Google Alerts.
10.Keine messbaren Ziele und keine Erfolgskontrolle - Sie handeln nach Bauchgefühl
Der zehnte und vielleicht grundlegendste Fehler: Praxen betreiben Marketing nach Bauchgefühl, ohne klare Ziele und ohne die Ergebnisse zu messen. Sie schalten eine Anzeige, richten eine Website ein oder buchen einen Eintrag bei einem Portal, aber sie wissen nicht, ob diese Maßnahmen tatsächlich neue Patienten bringen. Das ist Geld- und Zeitverschwendung.
Marketing ohne Erfolgskontrolle ist wie Fahren ohne Tacho. Sie wissen nicht, ob Sie in die richtige Richtung fahren oder ob Sie sich im Kreis drehen. Dabei gibt es heute einfache und kostengünstige Möglichkeiten, den Erfolg von Marketing-Maßnahmen zu messen: Tracking-Links, Auswertung der Website-Statistiken, Befragung der Neupatienten nach der Quelle ihrer Information.
Ein Beispiel: Eine Praxis gibt monatlich einen mittleren dreistelligen Betrag für Google Ads aus, ohne zu wissen, wie viele Patienten tatsächlich über diese Anzeigen kommen. Sie könnte stattdessen jeden Neupatienten beim ersten Besuch fragen: „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ und die Antworten in einer einfachen Tabelle festhalten. Nach drei Monaten hätte sie eine klare Übersicht, welche Kanäle funktionieren und welche nicht. Vielleicht stellt sich heraus, dass die teuren Google Ads kaum Neupatienten bringen, während die Empfehlungen von Stammpatienten der stärkste Kanal sind.
Die Lösung: Definieren Sie konkrete, messbare Ziele für Ihr Praxismarketing.“ Legen Sie fest, mit welchen Kennzahlen Sie den Erfolg messen (z. B. Anzahl der Terminanfragen über die Website, Anzahl der Bewertungen, Anzahl der Anrufe). Nutzen Sie kostenlose Tools wie die Google Search Console oder Google Analytics, um den Traffic auf Ihrer Website zu analysieren. Fragen Sie jeden Neupatienten, wie er auf Sie aufmerksam geworden ist.
Fazit: Handeln Sie jetzt - jeder Fehler kostet Sie Neupatienten
Die zehn Fehler, die wir hier besprochen haben, sind keine Randnotizen. Sie sind die Hauptgründe, warum viele Praxen online unsichtbar bleiben und weniger Neupatienten gewinnen, als sie könnten. Das Gute ist: Jeder dieser Fehler ist vermeidbar. Sie müssen nicht alles auf einmal umsetzen. Aber Sie sollten heute damit beginnen, Ihre Online-Präsenz kritisch zu prüfen.
Starten Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Haben Sie eine Website? Ist Ihr Google-Profil aktuell? Reagieren Sie auf Bewertungen? Bitten Sie um Bewertungen? Messen Sie Ihren Erfolg? Gehen Sie die Liste Punkt für Punkt durch und setzen Sie Prioritäten. Der Wettbewerb um Neupatienten wird nicht leichter werden. Aber mit einer durchdachten, professionellen und konsistenten Online-Strategie können Sie Ihre Praxis als erste Wahl für Patienten in Ihrer Region positionieren.