Die Digitalisierung in Arztpraxen schreitet voran, doch der Weg ist holprig. Waehrend eRezept und eAU langsam zum Alltag gehoeren, bleiben viele andere Baustellen unsichtbar. Dieser Artikel beleuchtet die 10 am haeufigsten uebersehenen Problemfelder und zeigt, wie Sie sie mit pragmatischen Loesungen angehen - ohne Ihr Team zu ueberfordern.
1.Der digitale Graben zwischen Wollen und Koennen
Die Digitalisierung in Arztpraxen ist kein technisches, sondern ein kulturelles Problem. Das zeigt sich nirgends deutlicher als in der Kluft zwischen der Einstellung und dem tatsaechlichen Handeln. Waehrend 76 Prozent der Aerztinnen und Aerzte die Digitalisierung grundsaetzlich als Chance fuer die Medizin sehen [2], klafft die Luecke zwischen diesem Wollen und dem konkreten Koennen oft weit auseinander. Es ist ein Unterschied, ob man die Digitalisierung befuerwortet oder ob man sie im Praxisalltag auch wirklich umsetzt.
Ein Beispiel: Viele Praxen haben sich ein eRezept-System angeschafft, nutzen aber weiterhin hauptsaechlich das Druckerpapier, weil das Team unsicher ist oder die Ablaeufe nicht angepasst wurden. Die Technik ist da, aber die Prozesse sind es nicht. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster, das sich durch viele Praxen zieht. Die Gruende dafuer sind vielfaeltig: Zeitdruck im Alltag, Angst vor Fehlern, mangelnde Schulung oder schlicht Gewohnheit.
Dabei waere der erste Schritt zur Ueberwindung dieser Kluft oft einfacher als gedacht. Es braucht keine grosse Strategie, sondern kleine, konkrete Schritte. Ein woechentliches Kurz-Meeting, in dem das Team eine einzige digitale Funktion bespricht und ausprobiert, kann mehr bewirken als ein externes Seminar. Oder die Benennung eines âDigitalisierungs-Patenâ im Team, der Fragen beantwortet und als Ansprechpartner fungiert. Der Schluessel liegt darin, das Wollen in ein Koennen zu uebersetzen - durch praktische Uebung, nicht durch Theorie.
Denn die Einsicht allein genuegt nicht. Es braucht eine Kultur, in der Fehler erlaubt sind und Neues ausprobiert werden darf. Genau diese Kultur fehlt in vielen Praxen, weil der Alltag bereits genug Stress bietet. Doch wer die Digitalisierung nicht aktiv angeht, wird von ihr ueberrollt - oder bleibt in der Analogwelt zurueck, waehrend die Patienten laengst digital unterwegs sind. Der erste Schritt ist also nicht technischer, sondern mentaler Natur: Die Erkenntnis, dass Digitalisierung ein Prozess ist, der Zeit, Geduld und eine Portion Mut zum Ausprobieren braucht.
2. Die ePA: Mehr Last als Lust?
Die elektronische Patientenakte (ePA) sollte die grosse digitale Revolution werden, doch in der Praxis stoesst sie auf gemischte Resonanz. Waehrend einzelne Funktionen wie die Medikationsliste durchaus positiv bewertet werden, beklagen viele Praxen einen hohen Aufwand und technische Probleme [4]. Das ist ein klassisches Beispiel dafuer, dass eine gute Idee an der Umsetzung scheitern kann.
Das Problem ist nicht die ePA selbst, sondern ihre Integration in den Praxisalltag. Wenn die Software haengt, die Daten nicht synchron sind oder die Bedienung umstaendlich ist, dann wird aus einem Hilfsmittel schnell ein Hindernis. Und das spueren nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die Patienten, die dann ungeduldig werden, wenn der digitale Prozess laenger dauert als der analoge.
Die Loesung liegt nicht darin, die ePA zu verteufeln, sondern darin, sie besser zu nutzen. Das bedeutet: Schulungen fuer das gesamte Team, klare ZustÀndigkeiten und eine ehrliche Bestandsaufnahme, welche Funktionen wirklich helfen und welche eher hinderlich sind. Es kann auch bedeuten, bestimmte Funktionen voruebergehend zu deaktivieren, bis die Grundlagen sitzen. Denn eine ePA, die nur halbherzig genutzt wird, schafft mehr Frust als Nutzen.
Wichtig ist auch der Dialog mit den Patienten. Viele wissen gar nicht, was die ePA kann und wie sie ihnen hilft. Eine kurze Erklaerung am Empfang oder ein Informationsblatt im Wartezimmer kann Wunder wirken. Denn wenn Patienten die Vorteile verstehen, sind sie eher bereit, die anfaenglichen Schwierigkeiten zu akzeptieren. Die ePA ist kein Selbstlaeufer, sondern ein Projekt, das gepflegt und kommuniziert werden will - intern wie extern.
3.WLAN: Die unsichtbare Grundlage
In Zeiten von Smartphones und Tablets ist WLAN in einer Arztpraxis eigentlich eine Selbstverstaendlichkeit. Doch die Realitaet sieht anders aus: Nur 21 Prozent der Befragten bieten in ihrer Praxis WLAN fuer Patienten an [8]. Das mag ueberraschen, ist aber ein Indikator dafuer, dass viele Praxen die Beduerfnisse ihrer Patienten nicht richtig einschaetzen. Oder sie scheuen die vermeintlichen Kosten und den Aufwand.
Dabei ist WLAN mehr als nur ein Komfort-Feature. Es ist die Grundlage fuer viele digitale Anwendungen, von der Patientenaufklaerung ueber digitale Formulare bis hin zur Ueberbrueckung der Wartezeit. Ein Patient, der im Wartezimmer produktiv arbeiten oder sich informieren kann, ist entspannter und weniger gestresst. Und ein entspannter Patient ist ein zufriedener Patient.
Die Einrichtung eines Gast-WLANs ist heute weder teuer noch kompliziert. Es gibt spezielle Router, die ein separates Netzwerk fuer Gaeste einrichten und so die Sicherheit der Praxis-Daten gewaehrleisten. Die Investition ist ueberschaubar, der Nutzen dagegen spuerbar. Denn WLAN ist nicht nur ein Service, sondern auch ein Signal: Wir sind modern, wir kuenmmern uns um unsere Patienten und wir sind bereit fuer die Zukunft.
Wer also noch kein Patienten-WLAN hat, sollte das dringend nachholen. Es ist eine der einfachsten und sichtbarsten Massnahmen der Digitalisierung. Und es ist ein Thema, das keine langen Diskussionen erfordert, sondern einfach gemacht werden kann. Die Technik ist ausgereift, die Kosten sind gering, und der positive Effekt auf die Patientenzufriedenheit ist unmittelbar zu spueren.
4. Die digitale Kommunikation mit Krankenhaeusern: Ein Fass ohne Boden?
Die Digitalisierung in den Arztpraxen schreitet voran, doch der Austausch mit Krankenhaeusern bleibt eine grosse Baustelle. Nur 12 Prozent der Praxen kommunizieren ueberwiegend digital mit Kliniken [4]. Das ist ein Armutszeugnis fuer das deutsche Gesundheitswesen und ein riesiger Zeitfresser fuer alle Beteiligten. Denn wer kennt es nicht: Der Entlassbrief, der per Post oder Fax kommt, obwohl er laengst digital haette kommen koennen.
Das Problem liegt nicht bei den Praxen, sondern bei den Krankenhaeusern. Waehrend die Praxen laengst digital kommunizieren, sind Krankenhaeuser noch viel zu oft im Papierzeitalter verhaftet [4]. Das fuehrt zu Frustration und Doppelarbeit. Die Praxen muessen die digitalen Daten haeufig abtippen oder einscannen, weil die Kliniken nicht mitspielen. Das kostet Zeit, die besser in die Patientenversorgung investiert waere.
Doch einfach abwarten ist keine Option. Praxen koennen aktiv werden, indem sie ihre digitalen Kanaele anbieten und die Kliniken darauf hinweisen. Vielleicht braucht es auch eine Portion Hartnaeckigkeit, um die Kliniken zu ueberzeugen. Denn der Nutzen liegt auf der Hand: Eine schnellere und sicherere Uebermittlung von Befunden und Entlassbriefen spart Zeit, vermeidet Fehler und verbessert die Behandlungsqualitaet.
Die Politik ist hier ebenfalls gefordert. Es braucht Anreize und klare Vorgaben, damit die Kliniken ihre Prozesse digitalisieren. Aber bis es soweit ist, sollten die Praxen nicht die Haende in den Schoss legen. Jeder digitale Entlassbrief, der erfolgreich uebermittelt wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und je mehr Praxen darauf bestehen, desto schneller werden die Kliniken nachziehen.
5. Der eArztbrief: Vom Vorreiter zum Standard?
Der eArztbrief ist eine der grossen Erfolgsgeschichten der Digitalisierung in Arztpraxen. 87 Prozent der Praxen nutzen ihn regelmaessig - 2018 waren es lediglich 13 Prozent [4]. Das ist eine beeindruckende Entwicklung und zeigt, dass die Digitalisierung funktionieren kann, wenn sie einen klaren Nutzen bietet und die Technik ausgereift ist. Der eArztbrief ist schneller, sicherer und zuverlaessiger als der Papierbrief.
Doch trotz dieses Erfolgs gibt es noch Luft nach oben. Denn der eArztbrief ist nur dann ein Gewinn, wenn er auch von den Empfaengern - also den Krankenhaeusern - genutzt wird. Und da hapert es bekanntlich noch. Nur 15 Prozent der Praxen erhalten Entlassbriefe digital, obwohl 85 Prozent den Nutzen sehen [4]. Das ist ein Paradox: Die Praxen sind bereit, aber die Kliniken haengen hinterher.
Fuer die Praxen heisst das: Sie sollten den eArztbrief weiterhin konsequent nutzen und darauf drÀngen, dass auch die Kliniken nachziehen. Denn nur wenn beide Seiten digital kommunizieren, entfaltet der eArztbrief sein volles Potenzial. Es geht also nicht darum, auf die Kliniken zu warten, sondern darum, den Druck zu erhoehen und die Vorteile immer wieder zu kommunizieren.
Gleichzeitig sollten die Praxen den eArztbrief als Chance begreifen, ihre eigenen Prozesse zu verbessern. Die digitale Uebermittlung ist nicht nur schneller, sondern auch nachvollziehbarer. Man kann den Status einsehen, die Zustellung bestaetigen und hat eine lueckenlose Dokumentation. Das sind Vorteile, die im Praxisalltag Zeit sparen und fuer Sicherheit sorgen. Der eArztbrief ist also nicht nur ein Muss, sondern auch ein Koennen.
6.eAU und eRezept: Zufriedenheit als Gradmesser
Die Zufriedenheit mit der elektronischen Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung (eAU) und dem eRezept ist deutlich gestiegen: 78 Prozent der Praxen sind mit der eAU zufrieden, 77 Prozent mit dem eRezept [4]. Das ist ein starkes Signal, denn es zeigt, dass die Digitalisierung nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch in der Praxis. Die anfaenglichen Startschwierigkeiten sind ueberwunden, die Systeme sind stabil und die Ablaeufe eingespielt.
Diese Zufriedenheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Lernprozessen. Die Praxen haben sich mit der neuen Technik auseinandergesetzt, ihre Prozesse angepasst und die Mitarbeiter geschult. Das hat Zeit und Nerven gekostet, aber es hat sich gelohnt. Denn die eAU und das eRezept sind nicht nur bequemer, sondern auch sicherer und schneller. Kein Papierkram mehr, keine verlorenen Zettel, keine unleserlichen Handschriften.
Doch die Zufriedenheit sollte nicht zu Selbstzufriedenheit fuehren. Es gibt immer noch Praxen, die mit den Systemen kaempfen oder sie gar nicht erst nutzen. Fuer diese Praxen gilt: Nutzen Sie die Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen, holen Sie sich Unterstuetzung und scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen. Die Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon - und die eAU und das eRezept sind wichtige Meilensteine auf diesem Weg.
Gleichzeitig zeigt die hohe Zufriedenheit, dass die Digitalisierung in den Praxen angekommen ist. Die anfaengliche Skepsis ist einer pragmatischen Haltung gewichen. Das ist eine gute Nachricht fuer die Zukunft, denn es beweist, dass die Praxen in der Lage sind, sich anzupassen und neue Technologien zu integrieren. Die eAU und das eRezept sind also nicht nur Werkzeuge, sondern auch Symbole fuer den digitalen Wandel in der ambulanten Versorgung.
7.Die digitale Patientenkommunikation: Mehr als nur ein Kanal
Mehr als die Haelfte der Praxen kommuniziert bereits ueberwiegend digital mit Patientinnen und Patienten [4]. Das ist ein beachtlicher Fortschritt, denn noch vor wenigen Jahren war die Kommunikation fast ausschliesslich analog. Doch die digitale Kommunikation ist mehr als nur ein Kanal: Sie ist eine neue Art der Beziehung zwischen Praxis und Patient. Und die will gelernt sein.
Die Bandbreite der digitalen Kommunikation ist gross: von der Terminerinnerung per SMS oder E-Mail ueber die Bereitstellung von Befunden im Patientenportal bis hin zur Videosprechstunde. Jeder Kanal hat seine eigenen Regeln und Anforderungen. Eine SMS ist etwas anderes als eine E-Mail, und eine Videosprechstunde ist etwas anderes als ein Telefonat. Die Praxen muessen also lernen, die richtigen Kanaele fuer die richtigen Anliegen zu nutzen.
Dabei geht es nicht darum, moeglichst viele Kanaele anzubieten, sondern darum, die richtigen zu waehlen. Nicht jeder Patient will digital kommunizieren, und nicht jedes Anliegen eignet sich fuer die digitale Uebermittlung. Eine gute digitale Kommunikation zeichnet sich durch Klarheit, Sicherheit und Respekt aus. Und sie muss die Patienten mitnehmen, nicht ueberfordern.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Datensicherheit. Digitale Kommunikation bedeutet, dass sensible Gesundheitsdaten ueber das Internet uebertragen werden. Die Praxen muessen sicherstellen, dass ihre Systeme den hohen Sicherheitsstandards entsprechen und die Patienten ueber die Risiken aufgeklaert sind. Denn Vertrauen ist die Basis jeder Arzt-Patienten-Beziehung - und das gilt auch im Digitalen.
8.Die Rolle der Frauen und jungen Aerzte
Die Digitalisierung wird nicht von Technikern oder Politikern vorangetrieben, sondern von den Menschen in den Praxen selbst. Und dabei gibt es klare Unterschiede: 74 Prozent der Aerztinnen sehen die Digitalisierung als Chance, aber nur 63 Prozent der Aerzte [3]. Und: 88 Prozent der unter 45-Jaehrigen sehen die Digitalisierung als Chance, aber nur jeder zweite Arzt ab 45 Jahren [3]. Das sind deutliche Hinweise darauf, dass die Digitalisierung auch eine Generationenfrage ist.
Diese Unterschiede sind wichtig, weil sie zeigen, dass die Digitalisierung nicht allein mit Technik zu loesen ist. Es braucht auch eine kulturelle Veraenderung, die von denjenigen getragen wird, die mit der Technik aufgewachsen sind oder sich ihr gegenueber aufgeschlossen zeigen. Frauen und junge Aerzte sind hier die Treiber - und sie sollten diese Rolle auch aktiv ausfuellen.
Fuer die Praxen heisst das: Nutzen Sie das Potenzial dieser Gruppen. Geben Sie jungen Aerzten und Aerztinnen die Moeglichkeit, ihre Ideen einzubringen und die Digitalisierung voranzutreiben. Und schaffen Sie ein Umfeld, in dem auch die Skeptiker ueberzeugt werden koennen. Das gelingt am besten durch gute Beispiele, klare Vorteile und eine offene Kommunikation.
Gleichzeitig sollten die Praxen darauf achten, dass die Digitalisierung nicht an den Beduerfnissen der Aelteren vorbeigeht. Denn auch sie sind Patienten und haben ein Recht auf eine gute Versorgung. Die Digitalisierung darf nicht zu einer Spaltung fuehren, sondern muss alle mitnehmen. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance, die Digitalisierung menschlich zu gestalten.
9.Die Kostenfrage: Sparen durch Digitalisierung
Digitalisierung kostet erst einmal Geld, aber sie kann auch Geld sparen. Eine Studie zeigt: Wenn bei 200 Patientinnen und Patienten im Monat eine Software zur Befragung eingesetzt wird, lassen sich damit 1. Das ist ein konkretes Beispiel dafuer, dass sich die Investition in digitale Tools rechnen kann - nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.
Diese Einsparungen entstehen durch Automatisierung und Effizienzgewinne. Wenn ein Fragebogen digital ausgefuellt wird, entfaellt das Abtippen. Wenn ein Termin online gebucht wird, entfaellt das Telefonat. Wenn ein Befund digital uebermittelt wird, entfaellt das Faxen. All das sind kleine Schritte, die sich in der Summe zu einer spuerbaren Entlastung addieren.
Doch die Kostenfrage ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch eine Frage der Ressourcen. Digitalisierung kann das Team entlasten und Freiraeume schaffen, die dann in die Patientenversorgung fliessen. Das ist ein immaterieller Gewinn, der sich nicht in Euro und Cent ausdruecken laesst, aber fuer die Qualitaet der Versorgung entscheidend ist. Ein entspanntes Team ist ein besseres Team.
Wichtig ist, die Digitalisierung nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition zu betrachten. Eine Investition, die sich langfristig auszahlt - sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Patientenzufriedenheit und die Mitarbeiterbindung. Die Praxen sollten also nicht fragen, was die Digitalisierung kostet, sondern was sie ihnen bringt. Und die Antwort auf diese Frage ist meistens: mehr als sie kostet.
10.Der Blick nach vorn: Digitalisierung als Daueraufgabe
Die Digitalisierung ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende, sondern eine Daueraufgabe. Die Technik entwickelt sich weiter, die Anforderungen aendern sich, und die Patienten werden anspruchsvoller. Wer heute aufhoert, zu digitalisieren, wird morgen den Anschluss verlieren. Das klingt nach Druck, ist aber auch eine Chance: Die Digitalisierung haelt die Praxen wach und zwingt sie, sich immer wieder neu zu erfinden.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Praxen auf einem guten Weg sind. Die Zufriedenheit mit eAU und eRezept ist hoch, der eArztbrief hat sich durchgesetzt, und die digitale Patientenkommunikation nimmt zu [4]. Doch es gibt auch Baustellen: die Kommunikation mit Krankenhaeusern, die ePA und die kulturelle Kluft zwischen Wollen und Koennen. Diese Baustellen sind keine SchicksalsschlÀge, sondern Aufgaben, die angepackt werden koennen.
Der Schluessel fuer die Zukunft liegt in einer Haltung, die man als âpragmatischen Optimismusâ bezeichnen koennte. Die Digitalisierung wird nicht alle Probleme loesen, aber sie kann viele Prozesse verbessern. Wer diese Haltung verinnerlicht, wird die Digitalisierung nicht als Bedrohung, sondern als Chance begreifen. Und wer sie als Chance begreift, wird sie auch erfolgreich gestalten.
Die Praxen sollten sich also nicht von den Herausforderungen entmutigen lassen, sondern sich auf die Erfolge besinnen. Sie sind bereits Vorreiter in Sachen Digitalisierung [4] - und das sollten sie auch bleiben. Mit Mut, Neugier und einer Portion Hartnaeckigkeit wird die Digitalisierung zu dem, was sie sein soll: ein Werkzeug fuer eine bessere Patientenversorgung.
Jetzt handeln: Der erste Schritt ist der schwerste
Die Digitalisierung Ihrer Praxis ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Sie werden nicht alle Baustellen ueber Nacht schliessen, aber Sie koennen heute damit beginnen. Der erste Schritt ist der schwerste, aber auch der wichtigste. Also: Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit, machen Sie eine Bestandsaufnahme und waehlen Sie eine Baustelle, die Sie zuerst angehen wollen. Es muss nicht die grosse sein - manchmal ist es der kleine Schritt, der den groessten Unterschied macht. Ihr Team wird es Ihnen danken, und Ihre Patienten auch.