Das PraxisBarometer Digitalisierung 2025 zeigt: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte treiben die Digitalisierung energisch voran - der elektronische Arztbrief hat sich von 13 Prozent im Jahr 2018 auf 87 Prozent im Jahr 2025 entwickelt [2]. Die Technik ist also da, aber sie wird nicht überall genutzt. Dieser Artikel zeigt die zehn ungenutzten Hebel, die in Ihrer Praxis oft noch brachliegen - und wie Sie sie konkret aktivieren, ohne dass Sie dafür ein IT-Studium brauchen.

1.Der elektronische Arztbrief: Mehr als nur ein PDF

Der elektronische Arztbrief ist der Vorreiter der Praxisdigitalisierung: 87 Prozent der Praxen nutzen ihn inzwischen [2]. Doch was bedeutet das konkret im Alltag? Häufig wird der eArztbrief zwar erstellt, aber der Versand an Kollegen oder Krankenhäuser scheitert an der fehlenden digitalen Anbindung der Empfänger. Die KBV betont, dass die Akzeptanz digitaler Anwendungen spürbar steigt, wenn sie zuverlässig laufen [2]. Genau hier liegt der Hebel: Wenn Sie den eArztbrief nicht nur erstellen, sondern auch konsequent digital versenden - und zwar nicht nur an Praxen, sondern auch an Kliniken -, sparen Sie Zeit und vermeiden Medienbrüche. Ein Praxisbeispiel: Eine Hausarztpraxis, die ihre Befunde früher per Fax an das Krankenhaus schickte, stellte auf den digitalen Versand um. Anfangs zögerte die Klinik, doch nach kurzer Zeit akzeptierte sie die digitalen Briefe - und die Praxis sparte pro Woche mehrere Stunden, die sie früher mit Ausdrucken, Kuvertieren und Faxen verbrachte. Der eArztbrief ist also kein Selbstzweck, sondern ein Türöffner für die gesamte digitale Kommunikation. Wenn Sie ihn konsequent nutzen, signalisieren Sie auch Ihren Partnern im Gesundheitswesen, dass Sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen. Die KBV sieht in der digitalen Anbindung der Kliniken noch großen Nachholbedarf [2] - das können Sie aktiv mitgestalten, indem Sie Ihre digitalen Briefe anbieten und nachfragen, warum der digitale Empfang nicht klappt. So werden Sie zum Impulsgeber in Ihrer Region.

2.eAU und eRezept: Die stillen Arbeitserleichterer

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und das eRezept sind in vielen Praxen angekommen: 78 Prozent nutzen die eAU, 77 Prozent das eRezept [2]. Doch was bedeutet das für den Praxisalltag? Die eAU spart nicht nur Papier, sondern auch Zeit beim Ausfüllen und Abstempeln. Wenn Sie die eAU konsequent digital versenden, entfällt der Gang zum Briefkasten oder das Faxen an den Arbeitgeber. Das eRezept reduziert die Fehlerquote bei der Übertragung von Medikamentenplänen und erleichtert die Wiederholungsrezepte. Ein Beispiel: Eine Praxis, die früher täglich Dutzende Rezepte ausstellte, nutzt jetzt das eRezept. Die Patientinnen und Patienten müssen nicht mehr extra in die Praxis kommen, um ein Rezept abzuholen - sie können es sich direkt auf die Apotheke schicken lassen. Das entlastet das Team und erhöht die Zufriedenheit der Patienten. Doch viele Praxen nutzen die eAU und das eRezept nur teilweise - zum Beispiel nur für bestimmte Krankenkassen oder nur für bestimmte Medikamente. Der Hebel liegt darin, die Funktionen vollständig auszuschöpfen und das Team entsprechend zu schulen. Die KBV betont, dass die Akzeptanz steigt, wenn die Anwendungen zuverlässig laufen [2] - das sollten Sie sicherstellen, indem Sie regelmäßig Updates einspielen und bei Problemen den Support kontaktieren. So werden die stillen Arbeitserleichterer zu echten Zeitgewinnern.

3.Digitale Kommunikation mit Krankenhäusern: Der blinde Fleck

Das ist ein eklatanter Widerspruch: Die Praxen sind digital unterwegs, aber die Schnittstelle zum Krankenhaus ist immer noch das Faxgerät. Die KBV kritisiert, dass die Praxen dadurch zum Faxgerät greifen müssen, obwohl sie selbst in digitalen Praxen arbeiten [2]. Hier liegt ein riesiger Hebel für Ihre Praxis: Wenn Sie mit Ihrem Krankenhaus digital kommunizieren - etwa über den digitalen Entlassbrief oder die elektronische Anbindung -, sparen Sie nicht nur Zeit, sondern verbessern auch die Behandlungsqualität. Ein Beispiel: Eine Praxis, die regelmäßig Patienten ins Krankenhaus einweist, richtet eine digitale Schnittstelle ein. Der Entlassbrief trifft nun direkt im Praxisverwaltungssystem ein, statt per Post oder Fax. Das spart nicht nur Zeit, sondern verhindert auch, dass wichtige Informationen verloren gehen. Die KBV weist darauf hin, dass 85 Prozent der Praxen einen hohen Nutzen im digitalen Entlassbrief sehen, aber nur 15 Prozent ihn tatsächlich digital erhalten [2]. Das ist eine Chance für Sie: Fragen Sie bei Ihrem Krankenhaus nach, ob es eine digitale Anbindung gibt, und bieten Sie an, die Schnittstelle zu testen. Wenn Sie den ersten Schritt machen, können Sie vielleicht auch andere Praxen in Ihrer Region motivieren. So werden Sie zum Vorreiter für die digitale Kommunikation mit Kliniken - und das ist ein echter Wettbewerbsvorteil.

4.Das Wartezimmer als digitaler Erlebnisraum

Das Wartezimmer ist der erste Ort, an dem Patienten mit Ihrer Praxis in Kontakt kommen. Doch oft ist es analog: Papierformulare, veraltete Zeitschriften, ein verstaubter Fernseher. Die Digitalisierung bietet hier enorme Chancen, die viele Praxen nicht nutzen. Ein digitales Anmeldesystem, ein Bildschirm mit aktuellen Informationen oder ein WLAN-Zugang für Patienten - das alles sind kleine Schritte, die den Aufenthalt angenehmer machen und die Praxis modern wirken lassen. Ein Beispiel: Eine Praxis, die ein Tablet-basiertes Anmeldesystem einführt, verkürzt die Wartezeit an der Anmeldung deutlich, weil die Patienten ihre Daten selbst eingeben können. Das entlastet das Team und reduziert Fehler. Ein weiteres Beispiel: Ein digitaler Informationsbildschirm im Wartezimmer, der über Präventionsangebote oder Öffnungszeiten informiert, steigert die Aufmerksamkeit der Patienten und kann sogar die Nachfrage nach bestimmten Leistungen erhöhen. Die Digitalisierung ist laut Statista ein zentrales Thema in Deutschland, und die Bevölkerung erwartet auch im Gesundheitswesen digitale Lösungen [3]. Wenn Sie Ihr Wartezimmer digital gestalten, zeigen Sie Ihren Patienten, dass Sie zukunftsorientiert arbeiten - das stärkt die Bindung und kann sogar neue Patienten anziehen. Der Hebel liegt nicht in der teuren Technik, sondern in der intelligenten Nutzung: Ein WLAN-Zugang kostet wenig, schafft aber einen echten Mehrwert für die Patienten, die oft lange Wartezeiten überbrücken müssen.

5.Terminvergabe online: Mehr als ein Nice-to-have

Die Online-Terminvergabe ist in vielen Praxen noch ein Stiefkind. Dabei ist sie ein zentraler Baustein der Digitalisierung und kann die Patientenzufriedenheit deutlich steigern. Eine Praxis, die Online-Termine anbietet, reduziert die Telefonate und die Wartezeiten an der Anmeldung. Patienten können rund um die Uhr Termine buchen, was besonders für Berufstätige attraktiv ist. Ein Beispiel: Eine Praxis, die früher nur telefonisch Termine vergab, führt ein Online-Buchungssystem ein. Die Folge: Die Telefonleitungen sind entlastet, und die Patienten schätzen die Flexibilität. Doch viele Praxen scheuen die Umstellung, weil sie befürchten, dass die Technik nicht funktioniert oder dass die Patienten sie nicht annehmen. Dabei zeigen die Erfahrungen, dass die Akzeptanz hoch ist, wenn das System einfach zu bedienen ist. Die KBV betont, dass die Digitalisierung in den Praxen voranschreitet, aber die Anwendungen müssen zuverlässig laufen [2]. Wenn Sie Online-Termine einführen, sollten Sie daher auf ein bewährtes System setzen und Ihr Team entsprechend schulen. Der Hebel liegt darin, die Online-Terminvergabe nicht als Zusatz, sondern als Standard zu etablieren: Sie können zum Beispiel bestimmte Zeitslots nur für Online-Buchungen freigeben oder die Patienten aktiv auf die Möglichkeit hinweisen. So wird die Online-Terminvergabe zu einem echten Gewinn für Ihre Praxis - und Sie bleiben im Wettbewerb um neue Patienten sichtbar.

6.Die Praxis-Website als digitaler Empfang

Die Website einer Praxis ist oft die erste Anlaufstelle für neue Patienten. Doch viele Praxen nutzen sie nur als digitale Visitenkarte mit Öffnungszeiten und Adresse. Dabei kann die Website viel mehr: Sie kann Informationen zu Leistungen, zum Team und zu aktuellen Themen bieten, und sie kann sogar Terminbuchungen ermöglichen. Eine gute Website ist ein wichtiger Baustein des Praxismarketings und kann dazu beitragen, neue Patienten zu gewinnen. Ein Beispiel: Eine Praxis, die ihre Website überarbeitet und um einen Bereich mit häufig gestellten Fragen erweitert, reduziert die Anzahl der Anrufe, weil die Patienten die Antworten selbst finden. Das entlastet das Team und verbessert die Erreichbarkeit. Ein weiteres Beispiel: Eine Praxis, die auf ihrer Website Online-Termine anbietet, stellt fest, dass viele Patienten diese Funktion nutzen - besonders außerhalb der Sprechzeiten. Die Digitalisierung bietet laut Statista enorme Chancen für Unternehmen, und auch im Gesundheitswesen wird sie immer wichtiger [3]. Wenn Sie Ihre Website als digitalen Empfang nutzen, zeigen Sie Ihren Patienten, dass Sie modern und serviceorientiert sind. Der Hebel liegt darin, die Website regelmäßig zu aktualisieren und sie nicht zu vernachlässigen. Sie können zum Beispiel aktuelle Hinweise zu Grippewellen oder neuen Behandlungsmethoden einstellen, um die Website lebendig zu halten. So wird die Website zu einem wichtigen Instrument der Patientenkommunikation.

7.Digitale Verwaltung: Papierkram adé

Viele Praxen versinken noch im Papierkram: Formulare, Anträge, Befunde - alles wird ausgedruckt, abgeheftet und archiviert. Die Digitalisierung bietet hier enorme Potenziale, die viele Praxen nicht ausschöpfen. Ein digitales Dokumentenmanagementsystem kann die Ablage vereinfachen, die Suche beschleunigen und die Sicherheit erhöhen. Ein Beispiel: Eine Praxis, die ihre Patientenakten digitalisiert, spart nicht nur Platz, sondern auch Zeit bei der Suche nach alten Befunden. Die Digitalisierung der Verwaltung ist ein zentraler Hebel, um den Praxisalltag zu entlasten. Die KBV weist darauf hin, dass die Praxen die Digitalisierung vorantreiben, aber viele Prozesse noch analog sind [2]. Wenn Sie Ihre Verwaltung digitalisieren, sollten Sie schrittweise vorgehen: Beginnen Sie mit den Patientenakten, dann mit der Korrespondenz, dann mit der Abrechnung. Ein digitales System kann die Abläufe vereinfachen und Fehler reduzieren. Ein Beispiel: Eine Praxis, die ihre Rezepte digital ausstellt, spart Zeit und vermeidet Übertragungsfehler. Der Hebel liegt darin, die Digitalisierung nicht als Großprojekt zu sehen, sondern als kontinuierlichen Prozess. Sie können zum Beispiel einzelne Abläufe identifizieren, die sich leicht digitalisieren lassen, und diese nach und nach umstellen. So reduzieren Sie den Papierkram und gewinnen Zeit für das Wesentliche: die Patientenversorgung.

8.Digitale Patientenkommunikation: Mehr als ein Anruf

Die Kommunikation mit Patienten ist ein zentraler Bestandteil des Praxisalltags. Doch viele Praxen setzen immer noch auf Telefon und Brief, obwohl die Digitalisierung viele Möglichkeiten bietet: E-Mail, SMS, Messenger-Dienste oder ein Patientenportal. Eine digitale Patientenkommunikation kann die Erreichbarkeit verbessern, die Zufriedenheit steigern und Zeit sparen. Ein Beispiel: Eine Praxis, die ihren Patienten eine Erinnerung per SMS anbietet, reduziert die Zahl der Terminabsagen deutlich. Ein weiteres Beispiel: Eine Praxis, die über ein Patientenportal Befunde oder Aufklärungsmaterialien bereitstellt, entlastet das Team und gibt den Patienten mehr Selbstbestimmung. Die Digitalisierung wird laut Statista von der deutschen Bevölkerung zunehmend positiv bewertet [3], und auch im Gesundheitswesen erwarten die Menschen digitale Lösungen. Wenn Sie Ihre Patientenkommunikation digitalisieren, sollten Sie auf die Bedürfnisse Ihrer Patienten eingehen: Ältere Patienten bevorzugen vielleicht weiterhin den Telefonanruf, während jüngere Patienten die App bevorzugen. Der Hebel liegt darin, verschiedene Kanäle anzubieten und die Patienten selbst wählen zu lassen. Sie können zum Beispiel in der Praxis aushängen, dass Sie auch per E-Mail erreichbar sind, oder auf Ihrer Website ein Kontaktformular anbieten. So verbessern Sie die Kommunikation und stärken die Bindung zu Ihren Patienten.

9.Die Rolle des Teams: Digitalisierung braucht Unterstützung

Die Digitalisierung einer Praxis ist keine reine Technikfrage, sondern auch eine Frage der Mitarbeiterführung. Das Team muss die neuen Anwendungen akzeptieren und nutzen, sonst bleiben die digitalen Werkzeuge wirkungslos. Die KBV betont, dass die Akzeptanz digitaler Anwendungen steigt, wenn sie zuverlässig laufen [2] - das gilt auch für die Mitarbeiter. Wenn das Team die neuen Systeme nicht versteht oder nicht nutzt, scheitert die Digitalisierung an der Praxis selbst. Ein Beispiel: Eine Praxis, die ein neues Terminverwaltungssystem einführt, aber das Team nicht schult, stellt fest, dass die Mitarbeiter weiterhin auf Papier arbeiten. Der Hebel liegt darin, das Team von Anfang an einzubeziehen: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig, holen Sie ihre Rückmeldungen ein und zeigen Sie ihnen die Vorteile der Digitalisierung. Sie können zum Beispiel eine Mitarbeiterin zur Digitalisierungsbeauftragten ernennen, die sich um die Einführung und Pflege der Systeme kümmert. Ein weiteres Beispiel: Eine Praxis, die ihre Mitarbeiter in die Auswahl der Software einbezieht, stellt fest, dass die Akzeptanz deutlich höher ist. Die Digitalisierung ist kein Selbstläufer - sie braucht die Unterstützung aller Beteiligten. Wenn Sie Ihr Team mitnehmen, wird die Digitalisierung zum Erfolg, und Ihre Praxis profitiert von den Vorteilen.

10.Der digitale Entlassbrief: Die Chance für bessere Versorgung

Der digitale Entlassbrief ist ein zentrales Element der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Doch obwohl 85 Prozent der Praxen einen hohen Nutzen darin sehen, erhalten nur 15 Prozent ihn tatsächlich digital [2]. Das ist ein Missverhältnis, das sich ändern lässt. Wenn Sie als Praxis aktiv auf die Kliniken zugehen und den digitalen Empfang anbieten, können Sie die Versorgung Ihrer Patienten verbessern. Ein Beispiel: Eine Praxis, die mit einem Krankenhaus eine digitale Schnittstelle aufbaut, erhält den Entlassbrief direkt im Praxisverwaltungssystem. Das spart Zeit und verhindert, dass wichtige Informationen verloren gehen. Die KBV kritisiert, dass die Praxen zum Faxgerät greifen müssen, obwohl sie selbst digital arbeiten [2] - das können Sie ändern, indem Sie den digitalen Entlassbrief aktiv einfordern. Der Hebel liegt darin, nicht zu warten, bis die Kliniken nachziehen, sondern selbst den ersten Schritt zu machen. Sie können zum Beispiel bei der Entlassung Ihrer Patienten darauf hinweisen, dass Sie den Entlassbrief digital erhalten möchten, oder Sie können mit der Klinikleitung ein Gespräch führen. So tragen Sie aktiv zur Digitalisierung der Schnittstelle bei und verbessern die Versorgung Ihrer Patienten.

Was Sie jetzt tun können: Drei Schritte, die sofort wirken

Sie müssen nicht auf die große Digitalisierungsstrategie warten - Sie können sofort loslegen. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme: Welche digitalen Anwendungen nutzen Sie bereits? Wo gibt es Lücken? Der zweite Schritt ist die Priorisierung: Wählen Sie einen Bereich aus, der Ihnen am meisten Zeit spart oder die Patientenversorgung am meisten verbessert. Der dritte Schritt ist die Umsetzung: Setzen Sie einen konkreten Hebel um, zum Beispiel die Online-Terminvergabe oder den digitalen Entlassbrief. Die KBV zeigt, dass die Praxen die Digitalisierung vorantreiben [2] - aber Sie müssen nicht auf den letzten Platz warten. Wenn Sie jetzt handeln, sind Sie Ihren Kollegen einen Schritt voraus. Und das Beste: Viele der Hebel sind kostengünstig oder sogar kostenlos umsetzbar. Sie brauchen nur den Willen und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren.