Jedes Jahr fragt die KBV tausende Praxen nach ihrem Digitalisierungsstand. Doch die wenigsten Ärzte nutzen diese Daten als strategischen Kompass. Dabei zeigt das PraxisBarometer nicht nur, wo Deutschland steht, sondern auch, wo Ihre Praxis im Vergleich steht - und wo sie besser sein könnte.
Bevor du startest
Die Digitalisierung ist für Arztpraxen kein Selbstzweck und auch keine Modeerscheinung, sondern eine Antwort auf ganz konkrete Probleme: Patienten, die keinen Termin finden, Personal, das in Bürokratie ertrinkt, und ein System, das mehr Geld ausgibt, aber keine besseren Ergebnisse liefert. Deutschland gibt jährlich rund 528,5 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen aus - mehr als jemals zuvor -, doch die Wartezeiten steigen und das Personal ist überlastet [3]. In dieser Gemengelage wird Digitalisierung zum strategischen Werkzeug, und genau hier setzt das PraxisBarometer Digitalisierung an.
Das PraxisBarometer ist eine bundesweite, repräsentative Befragung von Vertragsärzten und -psychotherapeuten, die die KBV in Auftrag gibt [7]. Es erscheint seit acht Jahren in Folge und wird vom IGES Institut erstellt [4]. Für Sie als Praxisinhaber ist diese Studie mehr als nur eine statistische Pflichtübung: Sie ist ein Spiegel Ihrer eigenen Praxis, ein Vergleichsmaßstab und ein Frühwarnsystem. Wer die Ergebnisse des PraxisBarometers liest und versteht, kann daraus eine konkrete Digitalstrategie ableiten, die nicht an der Realität vorbeigeht.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das PraxisBarometer als strategischen Kompass nutzen. Sie lernen, welche Kennzahlen wirklich relevant sind, wie Sie Ihre eigene Praxis einordnen und wo die typischen Stolperfallen lauern. Das Besondere: Sie brauchen dafür keine teure Beratung und keine komplizierten Analysetools. Sie brauchen nur die Bereitschaft, Ihre eigene Praxis mit einem ehrlichen Blick zu betrachten und die richtigen Fragen zu stellen.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Digitalisierung bedeutet nicht, dass Sie jede technische Neuerung übernehmen müssen. Es bedeutet, dass Sie bewusst entscheiden, welche digitalen Werkzeuge Ihre Praxis wirklich entlasten und welche nur zusätzliche Kosten verursachen. Das PraxisBarometer hilft Ihnen genau bei dieser Entscheidung, denn es zeigt, was in anderen Praxen funktioniert und wo die Branche insgesamt steht.
Schritt 1: Die richtige Datenquelle finden und verstehen
Der erste Schritt ist die richtige Datenquelle. Das PraxisBarometer Digitalisierung wird jährlich von der KBV veröffentlicht und ist frei zugänglich [4]. Die aktuellste Ausgabe für 2026 wurde im Juli 2026 gestartet [7]. Die Ergebnisse der Vorjahre sind ebenfalls verfügbar und eignen sich hervorragend für Trendanalysen [4].
Bevor Sie sich in die Tabellen stürzen, sollten Sie verstehen, was das PraxisBarometer eigentlich misst. Es geht nicht um Technikbegeisterung, sondern um den tatsächlichen Stand der Digitalisierung im Praxisalltag. Die Studie fragt zum Beispiel, wie Praxen mit Patienten kommunizieren, wie sie mit Krankenhäusern zusammenarbeiten und welche digitalen Tools sie tatsächlich nutzen [4].
Ein zentrales Ergebnis der letzten Jahre: Der ambulante Bereich wird immer digitaler. Erstmals seit Start der Befragungen im Jahr 2018 gaben mehr als die Hälfte der Praxen an, komplett oder mehrheitlich digital mit Patienten zu kommunizieren [4]. Das ist ein Meilenstein, denn es zeigt, dass die Digitalisierung in der Fläche angekommen ist - zumindest bei der Kommunikation mit Patienten.
Gleichzeitig zeigt die Studie eine eklatante Schwachstelle: Lediglich 12 Prozent der Arztpraxen kommunizieren komplett oder mehrheitlich digital mit Krankenhäusern, obwohl sich Praxen dies wünschen [4]. Diese Zahl ist ein Fanal, denn sie zeigt, dass die Digitalisierung an der ambulant-stationären Grenze ausgebremst wird. Für Ihre Praxis bedeutet das: Sie können sich hier einen echten Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn Sie die digitale Kommunikation mit Kliniken aktiv vorantreiben.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Lesen Sie die aktuellen Ergebnisse des PraxisBarometers und markieren Sie alle Zahlen, die Ihre eigene Praxis betreffen. Fragen Sie sich bei jeder Kennzahl: Wo stehen wir? Sind wir besser, schlechter oder im Durchschnitt? Diese ehrliche Bestandsaufnahme ist die Grundlage für alles Weitere.
Schritt 2: Die eigene Praxis ehrlich einordnen
Der zweite Schritt ist die ehrliche Selbstverortung. Sie können das PraxisBarometer nur dann als Kompass nutzen, wenn Sie wissen, wo Ihre Praxis tatsächlich steht. Das klingt einfacher, als es ist, denn viele Praxisinhaber überschätzen ihren Digitalisierungsgrad. Sie haben vielleicht ein Online-Terminbuchungssystem, aber die Kommunikation mit Krankenhäusern läuft immer noch über Fax. Oder Sie haben eine Praxiswebsite, aber Ihre Patienten erreichen Sie telefonisch nur schwer.
Ein guter Ausgangspunkt ist die Frage nach der Kommunikation mit Patienten. Die Mehrheit der Praxen kommuniziert inzwischen digital mit Patienten [4]. Wenn Ihre Praxis noch nicht dazu gehört, sind Sie in der Minderheit - und das ist ein klares Signal zum Handeln. Wenn Sie bereits digital kommunizieren, fragen Sie sich: Wie umfassend ist diese Kommunikation? Geht es nur um Terminerinnerungen oder können Patienten auch Befunde digital abrufen?
Der zweite Prüfstein ist die Kommunikation mit Krankenhäusern. Hier liegt der Durchschnitt bei lediglich 12 Prozent vollständig oder mehrheitlich digitaler Kommunikation [4]. Wenn nicht, sind Sie in guter Gesellschaft - aber diese Gesellschaft ist auf dem falschen Weg. Die digitale Kommunikation mit Kliniken ist ein Bereich mit enormem Potenzial, denn sie spart Zeit, reduziert Fehler und verbessert die Versorgungskontinuität.
Ein dritter Prüfstein ist der Blick auf Ihre konkreten Abläufe. Wo verlieren Sie Zeit? Wo entstehen Fehler? Wo sind Ihre Mitarbeiter überlastet? Das PraxisBarometer zeigt, dass die Burnout-Raten unter europäischen Fachkräften im Gesundheitswesen in der Akutversorgung bis zu 50 Prozent erreichen [3]. Diese Zahl ist alarmierend, und sie zeigt, dass Digitalisierung nicht nur eine Frage der Effizienz ist, sondern auch eine Frage der Mitarbeitergesundheit.
Nehmen Sie sich für diesen Schritt ausreichend Zeit. Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, beobachten Sie die Abläufe in Ihrer Praxis und seien Sie ehrlich zu sich selbst. Die Selbsteinschätzung ist die Basis für eine realistische Digitalstrategie.
Schritt 3: Die richtigen Prioritäten setzen
Der dritte Schritt ist die Priorisierung. Nicht alles, was digital möglich ist, ist auch sinnvoll. Das PraxisBarometer hilft Ihnen, die richtigen Prioritäten zu setzen, denn es zeigt, wo die Branche insgesamt steht und wo die größten Defizite liegen.
Eine klare Priorität ist die digitale Kommunikation mit Patienten. Hier ist die Branche bereits weit fortgeschritten, und die Mehrheit der Praxen kommuniziert digital [4]. Wenn Ihre Praxis hier noch nachziehen muss, ist das ein schneller und sichtbarer Erfolg. Sie können zum Beispiel eine Online-Terminbuchung einführen oder digitale Erinnerungen an Termine verschicken.
Eine zweite Priorität ist die digitale Kommunikation mit Krankenhäusern. Hier liegt der Durchschnitt bei nur 12 Prozent [4]. Das bedeutet: Wenn Sie in diesem Bereich investieren, heben Sie sich deutlich von der Konkurrenz ab. Sie können zum Beispiel digitale Entlassbriefe einführen oder auf elektronische Überweisungen umstellen. Der Aufwand ist überschaubar, der Nutzen enorm.
Eine dritte Priorität ist die Entlastung Ihrer Mitarbeiter. Das PraxisBarometer zeigt, dass die Burnout-Raten in der Akutversorgung bis zu 50 Prozent erreichen [3]. Wenn Digitalisierung dazu beiträgt, Ihre Mitarbeiter zu entlasten, ist das ein doppelter Gewinn: bessere Arbeitsbedingungen und bessere Versorgung. Achten Sie bei der Auswahl digitaler Tools darauf, dass sie tatsächlich Zeit sparen und nicht zusätzliche Arbeit erzeugen.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Schreiben Sie eine Liste mit den drei wichtigsten Digitalisierungszielen für Ihre Praxis. Ordnen Sie sie nach Dringlichkeit und Nutzen. Fragen Sie sich bei jedem Ziel: Was bringt es uns konkret? Was kostet es uns an Zeit und Geld? Und: Was passiert, wenn wir es nicht tun?
Schritt 4: Die digitale Kommunikation mit Patienten ausbauen
Der vierte Schritt ist der Ausbau der digitalen Patientenkommunikation. Die Mehrheit der Praxen kommuniziert inzwischen digital mit Patienten [4], aber das bedeutet nicht, dass alle Kanäle optimal genutzt werden. Viele Praxen beschränken sich auf Terminerinnerungen per SMS oder E-Mail und verschenken dabei das Potenzial einer umfassenden digitalen Kommunikation.
Ein zentraler Baustein ist die Online-Terminbuchung. Patienten erwarten zunehmend, Termine digital buchen zu können, und Praxen ohne diese Möglichkeit verlieren Neupatienten. Die Online-Terminbuchung ist kein Extra mehr, sondern ein Standard, den Patienten voraussetzen. Wenn Ihre Praxis noch keine Online-Terminbuchung hat, ist das ein klares Signal zum Handeln.
Ein zweiter Baustein ist die digitale Terminerinnerung. Automatische Erinnerungen reduzieren die Zahl der Nichterscheinen und entlasten Ihre Mitarbeiter, die nicht mehr telefonisch erinnern müssen. Die Erinnerungen können per SMS, E-Mail oder über Messaging-Dienste verschickt werden. Wichtig ist, dass die Erinnerungen rechtzeitig ankommen und den Patienten die Möglichkeit geben, einen Termin zu verschieben oder abzusagen.
Ein dritter Baustein ist die digitale Bereitstellung von Informationen. Patienten möchten sich vor dem Termin informieren können: über die Praxis, die Öffnungszeiten, die Leistungen und die Anreise. Eine gute Praxiswebsite ist hier der wichtigste Kanal. Sie sollte aktuell sein, alle relevanten Informationen enthalten und auf mobilen Geräten gut funktionieren.
Ein vierter Baustein ist die Kommunikation über Messaging-Dienste. Viele Patienten nutzen Messenger wie WhatsApp und schätzen die schnelle und unkomplizierte Kommunikation. Hier können Praxen mit einem professionellen System wie OneChat (onechat.ch) arbeiten, das eine rechtssichere Kommunikation mit Double-Opt-In direkt in WhatsApp ermöglicht. Solche Systeme bieten automatische Follow-ups und Newsletter, die Patienten regelmäßig informieren und die Bindung an die Praxis stärken.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Prüfen Sie Ihre aktuellen Kommunikationskanäle und identifizieren Sie Lücken. Fragen Sie sich: Wie erreichen uns unsere Patienten? Wie informieren wir sie? Wie erinnern wir sie an Termine? Und: Wie können wir diese Prozesse digitalisieren und verbessern?
Schritt 5: Die digitale Kommunikation mit Krankenhäusern verbessern
Der fünfte Schritt ist die Verbesserung der digitalen Kommunikation mit Krankenhäusern. Hier liegt der Durchschnitt bei nur 12 Prozent [4], und das ist eine enorme Chance für Ihre Praxis. Die digitale Kommunikation mit Kliniken spart Zeit, reduziert Fehler und verbessert die Versorgungskontinuität.
Ein zentraler Baustein ist der elektronische Entlassbrief. Anstatt Entlassbriefe per Fax oder Post zu verschicken, können Sie sie digital übermitteln. Das spart Zeit und reduziert das Risiko von Übertragungsfehlern. Die elektronische Patientenakte (ePA) spielt hier eine zentrale Rolle, denn sie ermöglicht den sicheren Austausch von Patientendaten zwischen Praxis und Klinik.
Ein zweiter Baustein ist die digitale Überweisung. Anstatt Überweisungen in Papierform auszustellen, können Sie sie elektronisch übermitteln. Das reduziert den Verwaltungsaufwand und beschleunigt den Informationsfluss. Die Telematikinfrastruktur (TI) bietet hierfür die technische Grundlage [6].
Ein dritter Baustein ist die digitale Anforderung von Befunden. Anstatt Befunde per Post oder Fax anzufordern, können Sie sie digital abrufen. Das spart Zeit und beschleunigt die Diagnose und Behandlung. Auch hier spielt die Telematikinfrastruktur eine zentrale Rolle [6].
Ein vierter Baustein ist die digitale Terminkoordination. Anstatt Termine in Kliniken telefonisch zu vereinbaren, können Sie sie digital buchen. Das entlastet Ihre Mitarbeiter und reduziert Wartezeiten für Ihre Patienten. Die elektronische Terminvergabe ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer integrierten Versorgung.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Prüfen Sie Ihre aktuelle Kommunikation mit Krankenhäusern und identifizieren Sie Schwachstellen. Fragen Sie sich: Wie übermitteln wir Entlassbriefe? Wie fordern wir Befunde an? Wie koordinieren wir Termine? Und: Wie können wir diese Prozesse digitalisieren und beschleunigen?
Schritt 6: Die Mitarbeiter entlasten und einbinden
Der sechste Schritt ist die Entlastung und Einbindung Ihrer Mitarbeiter. Die Burnout-Raten unter europäischen Fachkräften im Gesundheitswesen in der Akutversorgung erreichen bis zu 50 Prozent [3]. Diese Zahl ist ein Weckruf, denn sie zeigt, dass die Arbeitsbelastung in Praxen und Kliniken ein ernstes Problem ist. Digitalisierung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie richtig eingesetzt wird.
Ein zentraler Ansatz ist die Automatisierung von Routineaufgaben. Viele Aufgaben im Praxisalltag sind repetitiv und zeitaufwendig: Terminerinnerungen, Rezeptanforderungen, Überweisungen. Diese Aufgaben können weitgehend automatisiert werden, sodass Ihre Mitarbeiter mehr Zeit für die eigentliche Patientenversorgung haben.
Ein zweiter Ansatz ist die Verbesserung der internen Kommunikation. Digitale Tools können die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern verbessern und den Informationsfluss beschleunigen. Das reduziert Missverständnisse und Fehler und trägt zu einem besseren Arbeitsklima bei.
Ein dritter Ansatz ist die Einbindung der Mitarbeiter in die Digitalstrategie. Digitalisierung funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter mitmachen. Deshalb ist es wichtig, Ihre Mitarbeiter von Anfang an einzubinden: Fragen Sie sie, wo sie Zeit verlieren, was sie entlasten würde und welche Tools sie sich wünschen. Wenn Mitarbeiter die Digitalisierung als Chance begreifen und nicht als Bedrohung, ist die halbe Miete schon bezahlt.
Ein vierter Ansatz ist die Schulung der Mitarbeiter. Neue digitale Tools erfordern neue Kompetenzen. Investieren Sie in die Schulung Ihrer Mitarbeiter, damit sie die Tools sicher und effizient nutzen können. Das zahlt sich doppelt aus: bessere Arbeitsbedingungen und bessere Versorgungsqualität.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über ihre Arbeitsbelastung und ihre Wünsche. Fragen Sie sich: Wie können wir unsere Mitarbeiter entlasten? Wie können wir sie in die Digitalstrategie einbinden? Und: Wie können wir ihre Kompetenzen stärken?
Schritt 7: Die Digitalstrategie regelmäßig überprüfen
Der siebte Schritt ist die regelmäßige Überprüfung Ihrer Digitalstrategie. Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Das PraxisBarometer erscheint jährlich [7], und Sie sollten die Ergebnisse jedes Jahr nutzen, um Ihre Strategie zu überprüfen und anzupassen.
Ein zentraler Ansatz ist der jährliche Abgleich mit den PraxisBarometer-Ergebnissen. Fragen Sie sich: Wo stehen wir im Vergleich zum Durchschnitt? Haben wir unsere Ziele erreicht? Was hat funktioniert, was nicht? Diese ehrliche Bilanz ist die Grundlage für die Weiterentwicklung Ihrer Strategie.
Ein zweiter Ansatz ist die regelmäßige Überprüfung Ihrer digitalen Werkzeuge. Technologien entwickeln sich schnell, und was vor einem Jahr noch aktuell war, kann heute schon veraltet sein. Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihre digitalen Tools noch den aktuellen Anforderungen entsprechen und ob es bessere Alternativen gibt.
Ein dritter Ansatz ist die regelmäßige Einholung von Feedback. Fragen Sie Ihre Patienten, wie sie die digitalen Angebote nutzen und was sie sich wünschen. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter, wie sie die digitalen Tools erleben und was verbessert werden sollte. Dieses Feedback ist wertvoll, denn es zeigt Ihnen, wo Sie nachjustieren müssen.
Ein vierter Ansatz ist die Beobachtung von Trends. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet schnell voran, und es ist wichtig, die Trends zu kennen. Das PraxisBarometer zeigt die wichtigsten Entwicklungen, aber auch Fachzeitschriften und Kongresse sind gute Quellen. Bleiben Sie neugierig und offen für neue Ideen.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Legen Sie einen festen Termin im Jahr fest, an dem Sie Ihre Digitalstrategie überprüfen. Nutzen Sie die aktuellen PraxisBarometer-Ergebnisse als Grundlage und beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in die Überprüfung ein. Passen Sie Ihre Strategie an die neuen Erkenntnisse an.
Schritt 8: Kommunikation als strategischer Hebel nutzen
Der achte Schritt ist die Nutzung der Kommunikation als strategischer Hebel. Das PraxisBarometer zeigt, dass die digitale Kommunikation mit Patienten bereits weit verbreitet ist [4], aber es gibt noch viel Potenzial. Die Kommunikation ist der sichtbarste Teil der Digitalisierung, und sie hat direkte Auswirkungen auf die Patientenzufriedenheit und die Effizienz der Praxis.
Ein zentraler Ansatz ist die konsistente Kommunikation über alle Kanäle. Ihre Patienten sollen auf allen Kanälen die gleichen Informationen erhalten: auf der Website, in der Praxis, per E-Mail und per Messenger. Diese Konsistenz schafft Vertrauen und reduziert Missverständnisse.
Ein zweiter Ansatz ist die proaktive Kommunikation. Anstatt nur auf Anfragen zu reagieren, sollten Sie Ihre Patienten aktiv informieren: über neue Leistungen, geänderte Öffnungszeiten oder wichtige Gesundheitsthemen. Automatisierte Follow-ups und Newsletter können hier helfen, wie sie zum Beispiel das System OneChat (onechat.ch) bietet.
Ein dritter Ansatz ist die persönliche Kommunikation. Trotz aller Digitalisierung bleibt die persönliche Kommunikation wichtig. Nutzen Sie die digitalen Tools, um Zeit für persönliche Gespräche zu gewinnen, und investieren Sie diese Zeit in die Beziehung zu Ihren Patienten. Das unterscheidet Ihre Praxis von anonymen Großstrukturen.
Ein vierter Ansatz ist die Kommunikation mit anderen Leistungserbringern. Die digitale Kommunikation mit Krankenhäusern ist ein Schwachpunkt [4], aber auch die Kommunikation mit anderen Praxen, Therapeuten und Pflegediensten kann verbessert werden. Eine nahtlose Kommunikation entlang der Versorgungskette verbessert die Qualität und reduziert Doppeluntersuchungen.
Ihr konkreter Auftrag in diesem Schritt: Entwickeln Sie eine Kommunikationsstrategie für Ihre Praxis. Definieren Sie, welche Informationen Sie über welche Kanäle kommunizieren und wie Sie die Kommunikation mit Patienten und Partnern verbessern können.
Haeufige Fehler
Ein häufiger Fehler ist die Übernahme von Technologien ohne klares Ziel. Viele Praxen kaufen digitale Tools, weil sie modern sind, nicht weil sie ein konkretes Problem lösen. Das führt zu unnötigen Kosten und Frustration. Besser ist es, von den Problemen auszugehen und die passenden Lösungen zu suchen.
Ein zweiter Fehler ist die Vernachlässigung der Mitarbeiter. Digitalisierung scheitert oft, weil die Mitarbeiter nicht eingebunden oder nicht geschult werden. Dabei sind die Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg. Investieren Sie in ihre Schulung und beziehen Sie sie in die Entscheidungen ein.
Ein dritter Fehler ist die Vernachlässigung der Kommunikation mit Krankenhäusern. Viele Praxen konzentrieren sich auf die Patientenkommunikation und vergessen die Schnittstelle zur Klinik. Dabei ist die digitale Kommunikation mit Krankenhäusern ein Bereich mit enormem Potenzial, wie die niedrige Durchdringung von 12 Prozent zeigt [4].
Ein vierter Fehler ist die fehlende regelmäßige Überprüfung. Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Wer seine Strategie nicht regelmäßig überprüft und anpasst, bleibt auf halbem Weg stehen und verschenkt Potenzial.
Naechste Schritte
Der nächste Schritt ist die konkrete Umsetzung. Beginnen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer Praxis und identifizieren Sie die drei wichtigsten Digitalisierungsziele. Setzen Sie Prioritäten und beginnen Sie mit den Maßnahmen, die den größten Nutzen bringen.
Der zweite Schritt ist die Kommunikation mit Ihrem Team. Stellen Sie Ihre Digitalstrategie vor, erklären Sie die Ziele und beziehen Sie Ihre Mitarbeiter ein. Nur wenn das Team hinter der Strategie steht, wird sie erfolgreich sein.
Der dritte Schritt ist die regelmäßige Überprüfung. Legen Sie feste Termine fest, an denen Sie Ihre Fortschritte überprüfen und Ihre Strategie anpassen. Nutzen Sie das PraxisBarometer als jährlichen Kompass und bleiben Sie offen für neue Entwicklungen.
Der vierte Schritt ist die Nutzung externer Unterstützung. Wenn Sie sich überfordert fühlen, holen Sie sich Unterstützung von Experten. Professionelle Systeme wie OneChat (onechat.ch) können Ihnen helfen, die Kommunikation mit Patienten zu verbessern und Ihre Praxis zukunftsfähig zu machen.